Vom Rhabarber Skeptiker zum Fan!
Wie ein Geschenk meinen Frühling verändert hat.

Für etwa 4–5
Gläser brauchst du:
- 1 kg geputzten Rhabarber
- Gelierzucker 3:1 nach Packungsangabe
- 1–2 TL gemahlene Vanille
- optional etwas Zitronensaft

So geht's:
Rhabarber waschen, die Enden entfernen und nach Geschmack schälen. Danach in kleine Stücke schneiden.
Mit Gelierzucker und Vanille in einen Topf geben und etwa 15–30 Minuten ziehen lassen, bis sich etwas Saft bildet.

Alles unter Rühren aufkochen und nach Packungsanweisung sprudelnd kochen lassen.

Ich muss euch heute etwas gestehen:
Ich war jahrelang absolut kein Rhabarber-Fan. Wenn ich an Rhabarber gedacht habe, hatte ich sofort diese faserige Konsistenz im Kopf und die mag ich überhaupt nicht. Ich dachte immer: Nein, Rhabarber und ich werden wohl keine Freunde mehr.
Tja… und dann kam alles anders.
Durch meine Arbeit habe ich jemanden kennengelernt, der mir frischen Rhabarber aus dem eigenen Garten geschenkt hat. Da stand ich nun mit diesen schönen
Stangen in meiner Küche. Also habe ich überlegt, was ich daraus machen könnte,
möglichst ohne mein persönliches „Faserproblem“.
Meine Idee: eine cremige Rhabarber-Vanille-Marmelade.
Meinen ersten Versuch habe ich noch mit 2:1 Gelierzucker gemacht und was soll ich sagen? Das erste Glas war schneller leer als gedacht! Die Mischung aus der fruchtigen Säure vom Rhabarber und der sanften Vanillenote hat mich wirklich überrascht.
Und jetzt kommt mein persönlicher Tipp, vor allem für alle, die wie ich empfindlich auf Konsistenzen reagieren oder Kinder haben, die bei Stückchen sofort die Nase rümpfen:
Meine Rettung war die Flotte Lotte.
Ich mag einfach keine Fasern in Marmelade und meine Kinder sind da auch ziemlich kritisch. Wenn man die gekochte Masse durch die Flotte Lotte oder eine Passiermühle dreht, wird die Marmelade unglaublich fein und samtig. Keine störenden Fasern mehr, einfach richtig schön cremig.
Und das Beste: Es landet fast nichts im Müll.
Da ich bei meinem ersten Versuch auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich den Rhabarber zusätzlich geschält. Aber die Schalen waren mir viel zu schade zum Wegwerfen. Also habe ich daraus spontan Rhabarbersirup gemacht und ich sage euch: Mit kaltem Sprudelwasser aufgegossen ist das einfach richtig lecker und perfekt für warme Tage.
Diese beiden Entdeckungen haben mich so überzeugt, dass ich inzwischen ganz
sicher weiß: Im Herbst bekommt Rhabarber einen Platz in meinem Garten.

Rhabarber was steckt eigentlich dahinter?
Auch wenn wir ihn meistens süß genießen: Rhabarber ist tatsächlich Gemüse und kein Obst. Gegessen werden nur die Stängel, die Blätter gehören nicht auf den Teller.
Und falls du jetzt auch überlegst, selbst welchen anzubauen: Rhabarber ist wirklich dankbar. Einmal gepflanzt kommt er jedes Jahr wieder und kann viele Jahre im Garten bleiben. Er mag einen sonnigen bis halbschattigen Platz und nährstoffreichen Boden.
Die Erntezeit beginnt ungefähr im April und traditionell endet sie am Johannistag, also am 24. Juni. Danach braucht die Pflanze Zeit, um sich wieder zu erholen.
Kleiner Tipp: Rhabarber nicht abschneiden, sondern die Stange unten greifen und vorsichtig herausdrehen.
Samtige Rhabarber-Vanille-Marmelade

Anschließend die heiße Masse durch die Flotte Lotte drehen, für eine richtig feine Konsistenz.

Eine Gelierprobe machen und die Marmelade sofort heiß in sterilisierte Gläser füllen.

Kleiner Hinweis: Nicht wundern, wenn die Marmelade später eher rosa-beige statt knallrot aussieht. Das ist ganz normal.

Ich habe die Gläser nach dem Abfüllen zusätzlich noch eingekocht, bei 100 °C für etwa 30 Minuten. Das gibt mir einfach ein besseres Gefühl und ich mache das bei selbstgemachten Vorräten gern zusätzlich. Danach die Gläser herausnehmen und vollständig auskühlen lassen.

Vor dem Abfüllen habe ich meine Gläser noch im Wasserbad sterilisiert. Dafür habe ich sie etwa 10 Minuten in kochendem Wasser ausgekocht. So starte ich mit möglichst sauberen Gläsern und gebe meiner Marmelade die besten Voraussetzungen für eine gute Haltbarkeit.
